Yoga für Anfänger: Die Basisübungen zu Hause
Einführung
Yoga muss nicht kompliziert sein. Für Einsteiger reichen einige Basispositionen, um Körperbewusstsein, Atmung und Beweglichkeit zu verbessern. Diese Anleitung erklärt Schritt für Schritt die wichtigsten Grundstellungen Tadasana (Berghaltung), Katze-Kuh (Mobilisationssequenz) und Kindhaltung (Balancierende Ruhehaltung). Zudem gehen wir auf Atemtechniken und häufige Fehler mit einfachen Korrekturen ein. Alles lässt sich bequem zu Hause ohne viel Equipment praktizieren.

Vorbereitung und Sicherheit
Suche dir einen ruhigen Ort mit etwas Platz und einer rutschfesten Unterlage. Ziehe bequeme Kleidung an und plane 10–20 Minuten für die Session ein. Wenn du akute Schmerzen, Bluthochdruck oder Schwangerschaft hast, konsultiere vorher einen Arzt oder eine qualifizierte Yogalehrerin.
Tadasana – Berghaltung (Grundhaltung)
Tadasana ist die Basis vieler Asanas und hilft, Haltung und Balance zu finden.
- Stelle dich hüftbreit aufrecht hin, Füße parallel, Gewicht gleichmäßig verteilt.
- Ziehe die Oberschenkel leicht hoch, aber halte die Knie weich, nicht durchgedrückt.
- Richte das Becken so aus, dass die Lendenwirbelsäule neutral ist – kein starkes Hohlkreuz.
- Aktiviere den Bauch leicht, ziehe die Schultern nach hinten und unten, öffne den Brustkorb.
- Halte den Kopf aufrecht, Kinn leicht parallel zum Boden, Blick geradeaus.
- Atme gleichmäßig durch Nase ein und aus, bleibe 30–60 Sekunden in der Haltung.
Fehler & Korrektur: Hohlkreuz → leichtes Aktivieren der Bauchmuskulatur. Schultern nach vorne → Schultern sanft nach hinten und unten ziehen. Gewicht eher auf Fersen → Gewicht bewusst auf Füße verteilen und kleine Anpassungen vornehmen.
Katze-Kuh – Beweglichkeit für Wirbelsäule
Diese fließende Sequenz mobilisiert die Wirbelsäule, massiert die inneren Organe und synchronisiert Bewegung mit Atmung.
- Begib dich in den Vierfüßlerstand: Hände unter den Schultern, Knie unter den Hüften.
- Beim Einatmen: Hohlkreuz bilden, Blick leicht nach oben richten (Cow – Kuh).
- Beim Ausatmen: Rücken rund machen, Kinn zur Brust ziehen (Cat – Katze).
- Führe 6–10 Atemzyklen langsam und bewusst aus, Bewegungen aus der Wirbelsäule initiieren.
Tipp: Bei empfindlichen Handgelenken kannst du Fäuste machen oder Handgelenkstützen verwenden. Achte auf sanfte Übergänge ohne Ruck.
Kindhaltung (Balasana) – Ruhe und Entspannung
Die Kindhaltung ist eine beruhigende Ruheposition, ideal zur Erholung nach aktiven Sequenzen.
- Setze dich auf die Fersen, Knie zusammen oder leicht geöffnet.
- Beuge dich nach vorne, Stirn Richtung Boden, Arme nach vorne gestreckt oder entspannt neben dem Körper.
- Atme tief in den Rücken und die Flanken, halte die Position 1–3 Minuten oder so lange es angenehm ist.
Variation: Wenn die Knie unangenehm sind, lege ein Kissen oder eine gefaltete Decke zwischen Waden und Oberschenkeln.
Atemtechnik für Einsteiger
Der Atem ist das verbindende Element im Yoga. Für Anfänger ist die Bauchatmung (Zwerchfellatmung) besonders nützlich:
- Setze oder lege dich bequem hin.
- Lege eine Hand auf den Bauch, die andere auf die Brust.
- Atme langsam durch die Nase ein: Der Bauch hebt sich, die Brust bleibt relativ ruhig.
- Atme langsam durch die Nase aus: Der Bauch senkt sich.
- Wiederhole 5–10 Minuten.
Diese Atemart reduziert Stress und hilft, Bewegungen im Yoga bewusst mit dem Atem zu koordinieren.
Fehlerkorrektur und häufige Fragen
Einige typische Anfängerfehler und wie du sie vermeidest:
- Zu hastige Bewegungen: Führe die Sequenzen langsam und mit Atemanknüpfung aus.
- Verspannte Schultern: Schultern bewusst nach unten und hinten ziehen, Nacken lang halten.
- Zu tiefe Dehnung trotz Schmerzen: Schmerzen sind ein Warnsignal — vermindere die Intensität oder beende die Pose.
- Unregelmäßiger Atem: Konzentriere dich zuerst auf ruhige, gleichmäßige Atmung, bevor du komplexere Haltungen probierst.
Praxisvorschlag für Einsteiger
Eine einfache 15-minütige Routine:
- 2 Minuten Sitzmeditation/Atmung (Bauchatmung)
- 1 Minute Tadasana zur Zentrierung
- 6–8 Runden Katze-Kuh (2–4 Minuten)
- 1 Minute Tadasana mit bewusster Haltung
- 2–5 Minuten Kindhaltung zur Entspannung
Führe diese Sequenz 3–5 Mal pro Woche aus, um langsam Stabilität, Mobilität und Atemkontrolle aufzubauen.
Hilfsmittel und Modifikationen
Kein Zubehör nötig, aber folgende Hilfsmittel können den Einstieg erleichtern:
- Yoga-Block oder gefaltete Decke für höhere Sitzpositionen oder Unterstützung in Haltungen.
- Kissen unter den Knien oder zwischen Waden und Oberschenkeln in der Kindhaltung.
- Wand zur Unterstützung bei Balanceübungen.
Abschluss und Motivation
Bleibe geduldig mit dir selbst. Fortschritt im Yoga ist oft subtil: bessere Körperwahrnehmung, ruhigere Atmung und mehr Beweglichkeit kommen mit regelmäßiger Praxis. Beginne klein, übe regelmäßig und freue dich über jede kleine Verbesserung. Wenn du magst, dokumentiere kurze Notizen nach jeder Praxis: Wie fühlte sich Atmung an? Gab es Verspannungen? Das hilft, bewusster zu üben.
Viel Erfolg und Freude auf deiner Yoga-Reise!
Danke für die klare Anleitung! Besonders die Hinweise zur Atemtechnik haben mir geholfen, ruhiger zu werden.
Gute Tipps für Anfänger. Die Variationen mit Kissen waren für meine Knie sehr nützlich.
Konnte direkt zuhause ausprobieren. Die Reihenfolge ist praxisnah und nicht überfordernd.
Kurze, aber informative Anleitung. Vielleicht beim nächsten Mal noch ein Video-Link zur Demonstration?
Sehr verständlich erklärt. Die Fehlerkorrekturen haben mir geholfen, meine Haltung zu verbessern.